Laboe

Der Flachwasser Spot an der Kieler Förde

Laboe ist DER Spot bei Kiel. Unter der Kulisse eines U-Bootes aus dem ersten Weltkrieg und dem Marine-Ehrenmal lädt ein riesiges Stehrevier sowohl Ein- als auch  Aufsteiger zum Kiten ein. Hunderte Meter Flachwasser garantieren ungestörte und schnelle Lernerfolge. Oft geben sich hier auch Größen wie Rick Jensen und Stefan Permien ein Stelldichein, die mit ihren Tricks die Zuschauer zum Staunen bringen.

Windrichtung:

Laboe geht fast immer. SW über W und N bis NO, NO und SW sideshore.

Bei südlichen Winden ist es sehr böig, da der Wind über Land sich nicht so konstant aufbauen kann, bei östlichen Winden baut sich Welle auf.

Laboe besitzt eine Art Düse: Der Wind muss durch die Meerenge und ist dadurch etwas weiter draußen gern mal 1 bft stärker als am Strand und kann auch ein wenig drehen. Im Sommer ist bei Sonne und östlichen Winden um die Mittagszeit durch einsetzende Thermik oft eine Windstärke mehr als angesagt.

 

Kitezone:

Laboe hat eine klar definierte Kitezone. Wenn man an der Steinmole steht und aufs Wasser blickt,

 

-liegt im Sommer links eine Bojenkette senkrecht zur Mole. Diese Bojen begrenzen die Kitezone zum Windsurfergebiet und der angrenzenden Badezone. Außerhalb der Sommersaison its das Kiten dort erlaubt, wenn keine Bojen dort liegen.

 

-Rechts ist durch einen Zaun erkennbar die Grenze zum Naturschutzgebiet. In diesem Areal mit einer kleinen Lagune darf einschließlich des Strandes auf keinen Fall aufgebaut, gekitet oder ein Hund laufengelassen werden. Schon das Betreten ist verboten.

 

-Und auf dem Wasser schließlich trennen rote Tonnen das Fahrwasser ab.

 

Kiten ist nur innerhalb dieser drei Grenzen erlaubt. Verstöße dagegen werden nicht nur geahndet, sondern bringen auch den Spot insgesamt einer Schließung näher. 

 

Windsurfen:

Für Windsurfer/innen ist Laboe nur bedingt geeignet. Grund dafür ist das extrem flache Wasser (bis auf die Wasserrinne, in der das U-Boot vor etlichen Jahren an den Strand manövriert wurde). Sogar die kurzen Freestyle-Finnen bleiben oft an den Sandbänken hängen. Nichtsdestotrotz ist Laboe einer der wenigen Spots, die bei Südwest-Wind einfach Spaß machen. Dann toben sich die Freestyler/innen aus Kiel und Umgebung hier aus und Anfänger haben beste Voraussetzungen, auf Flachwasser an Manövern zu feilen. Kommt der Wind etwas südlicher wird es schnell böig in Laboe. Hingegen hat man bei nördlichen Windrichtungen mit Kabbelwasser zu kämpfen. Eine Alternative ist das Windsurfen vor der letzten Sandbank im tiefen Wasser. Allerdings ist die Fahrrinne der Schifffahrt nicht weit entfernt, so dass Anfänger, die den Wasserstart nicht 100%ig sicher beherrschen hier nicht fahren sollten. Sicherheit geht vor!

 

Strandbeschaffenheit:

Der Freistrand Laboe, also von U-Boot bis Naturschutzgebiet, bildet einen langen Sandstrand, der allerdings einige spitze Muscheln und gerade direkt bei der Wasserlinie ne Menge Steine bietet. Es empfehlen sich Schuhe. Laboe bietet ein riesiges Stehrevier, das im Groben von drei Sandbänken durchzogen ist. Die letzte Sandbank ist noch einmal sehr flach und bietet sich zum Höhelaufen an.

 

Bei länger anhaltenden südlichen bis westlichen Winden wird der Spot sehr flach, bei östlichen etwas tiefer. Stehen kann man dann bis zur letzten Sandbank aber immer noch. Nur zwischendurch gibt es tiefere Stellen. Achtung: Dort, wo es an der Muschelbank flach wird, also Richtung Naturschutzgebiet, liegt ca. 100 m vom Ufer entfernt ein ca. 1,5x1,5m großer Betonquader im Wasser, der bei Welle erst sehr spät zu erkennen ist. Laboe hat am östlichen Ende des Freistrandes eine Steinmole. Landseitig davon ist eine Art Wiesenplatz, der sauberes Auf- und Abbauen ermöglicht. Allerdings muss man dann mit dem fliegenden Kite über die Steinmole. Dies kann schon mal verletzungsintensiv sein. Vor allem Anfänger sollten besser wasserseitig der Mole aufbauen und zum Starten ins Wasser gehen!

 

Besonderheiten:

Der Strand in der Kitezone ist auch Hundestrand. Nicht jeder Hundebesitzer kitet und kann Gefahren und Abstände schwer einschätzen. Auf Hunde sollte man hier ebenso verstärkt Rücksicht nehmen wie auf Badegäste.

 

An Wochenenden kann es gerade in der Saison sehr voll werden. Auch einzelne Schulungsgruppen begrenzen dann den Platz auf dem Wasser. Wer es lieber beschaulicher mag, sollte die Stoßzeiten meiden und lieber am späten Nachmittag kommen. Dann wird es oft leerer.

 

Anfahrt/Parken:

Es empfiehlt sich, die 502 bis zur Ausfahrt Laboe/Ehrenmal zu nehmen und dann der Strasse über den Kreisverkehr geradeaus zu folgen. Die erste Abfahrt nach Laboe Zentrum ignorieren und weiterfahren über die Ampel hinweg bis zur zweiten Ortseinfahrt Laboe/Ehrenmal. Dort entsprechend links abbiegen. Den Berg hinunter und entweder unten in der Kurve parken (links, rechts ist nur für Cafébesucher), Parkschein nicht vergessen, oder dem Linksknick der Straße folgen und vor dem U-Boot auf den Surfparkplatz. Dort kostet das Parken 4 Euro für den ganzen Tag. Ist die Schranke unten, ist der Parkplatz voll.

Im Sommer kann es sein, dass es so voll ist, dass man besser direkt nach dem Abzweig von der Hauptstrasse noch einmal links auf den großen Parkplatz fährt. Dort kostet Parken 3 Euro für 5 Stunden. So weit wie möglich vorne parken, Gerödel mitnehmen, den Berg hinunter und rechts neben dem U-Boot auf den Strand kommen.

 

Toiletten:

Ein öffentliches kostenloses WC ist in Laboe leider nicht zu finden. Der Strandkiosk neben dem Eingang zum U-Boot bietet WC-Benutzung für 30 ct. Leider sind diese Toiletten selten sauber. Das Bernstein, kurz vor der Einfahrt zur Surfstation hat saubere Toiletten für 50 ct. Ebenso bietet das Ehrenmal Toiletten, die auch 50 ct. kosten. Duschen oder Umkleiden sucht man in Laboe leider vergeblich. Allerdings hat die Station Ostwind Segelsport Laboe, die Surfstation mit dem Parkplatz, eine Art Umkleide. Wenn man Ulli, den Chef der Station, nett anspricht, sollte eine Nutzung möglich sein und man kann sich blick-, regen- und sandsicher umziehen.

 

Essen:

Laboe bietet zahllose Möglichkeiten, einen erfolgreichen Tag auf dem Wasser kulinarisch ausklingen zu lassen oder neue Energien zu tanken. Das Bernstein, ein Café direkt auf dem Strand, das man auch schon mal im Neo aufsuchen kann, bietet sich für stärkende Snacks oder wärmende Kaffes an. Draussen sorgen Liegestühle und Strandkörbe für das richtige Urlaubsflair. Kaffee und Kuchen sind hervorragend. Ebenso werden Snacks zu fairen Preisen geboten.

 

Laboes Ortskern bietet weiterhin zahllose gastronomische Möglichkeiten. Besonders ans Herz gelegt sei das Eiscafe Ortolan am Schwimmbad, das neben leckerem echt italienischen Eis auch Waffeln und geschmolzene Schokolade serviert.

 

Autor: Rasmus Angenendt / Fotos: Nadine Lenschau