Snowkiten mit Inga Wobker

Basics von der deutschen Meisterin

Wessen Herz fürs Kitesurfen schlägt, der hat in den Wintermonaten sicher auch ein Herz fürs Snowkiten. Man tauscht das Wasser gegen den Puderschnee ein und genießt das Naturerlebnis ebenso wie im Sommer im kalten Nass. Inga Wobker, die deutsche Meisterin im Snowkiten, hat uns im Interview verraten, auf was man achten muss beim Einwechseln der Elemente und hat aus dem Nähkästchen der Basics geplaudert. Zugegeben, auch wenn dieser Winter für die Norddeutschen milde ausfällt, aber im Süden kommen die Kite ambitionierten Sportler auf ihre Kosten.

Hey Inga, was weckte in Dir die Lust, Snowkiten zu gehen?

Hallo Nadine, ich fuhr schon seit Jahren Snowboard und hatte anderthalb Jahre zuvor Kitesurfen gelernt, so war es ganz natürlich diese zwei Leidenschaften miteinander zu verbinden. Bei uns in der Nähe gibt es einen kleinen Berg mit einer freien Fläche, wo man das super ausprobieren konnte.

 

Wann hast Du das erste Mal ge-snow-kitet?

Das war 2009, zusammen mit meinem kleinen Bruder auf unserem Hausberg. Es war recht neblig, ein Faktor mit dem man beim Snowkiten öfter mal zu kämpfen hat, aber snowkiten hat sofort funktioniert und es war eine lustige Session.

 

Ist das eigentlich schwer zu lernen?

Wenn man bereits Kitesurfen und Snowboarden oder Ski fahren kann, ist Snowkiten nicht sehr schwer zu lernen. Wenn man als kompletter Kite- Neuling anfangen möchte, dann ist es sogar einfacher zu lernen als im Wasser. Man sinkt nicht ins Wasser ein, da man sich ja quasi auf der Wasseroberfläche bewegt und kann daher auch bei weniger Wind starten. Man sollte Snowkiten aber unbedingt in einer Schule lernen!

 

Was für Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor man das Wasser gegen den Schnee eintauscht?

Man sollte vorher Ski fahren oder snowboarden können. Dann benötigt man noch eine Fläche auf der man es sicher ausüben kann, wie zum Beispiel einen zugefrorenen See oder ein Hochplateau ohne Bäume, Stromleitungen, etc. Der Wind und das Wetter müssen passen, denn gerade in den Bergen ändert sich das schneller mal. Auch über die aktuelle Lawinensituation muss man sich informieren.

 

Kannst Du uns ein Briefing im Grundwissen geben?

Wie auch im Wasser ist es wichtig, dass wir auf unsere Sicherheit achten. Ansonsten ist das Handling sehr ähnlich wie im Wasser. In einem Snowkite- Kurs bekommt man zunächst eine Einführung in die Theorie und Wind- und Wetterkunde. Dann übt man mit einem kleinen Kite die Kontrolle über den Schirm zu bekommen. Wenn das gut klappt und man auch das Auslösen des Kites geübt hat, kann man das Snowboard und die Ski dazu nehmen. Und dann einfach Spaß dabei haben sich vom Kite den Berg hoch und runter

ziehen zu lassen.

 

Müssen wir im Gegensatz zum Spaß auf dem Wasser an etwas Wichtiges denken bevor wir unseren Kite starten, landen oder relaunchen? Immerhin landet man im Schnee sicher härter als im Wasser, oder?

Hmm, mal sehen. Den Kite gut sichern! Schnee fliegt leichter vom Kite als Sand und auf dem Schnee rutscht der Kite auch leichter weg als auf Land. Ich mache meist eine Bridle an meinem Snowboard-Highback fest, so dass der Kite nicht weg fliegen kann. Foil-Kites bieten diesbezüglich gegenüber Tube- Kites einige Vorteile im Schnee, da man sie leicht selbst starten und landenkann. Bei Tube-Kite ist es gleich wie im Wasser: den Kite von einem Start- und Landehelfer am Windfensterrand hoch- bzw. runter lassen.

 

Dieser Bericht soll natürlich keine Snowkite-Schulung ersetzen, aber vielleicht kannst Du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, was wir beim Wenden, Bremsen oder bei Moves und Sprüngen noch beachten müssen.

Wenden und Bremsen sind eigentlich sehr ähnlich wie im Wasser. Das Springen erfordert etwas mehr Mumm als im Wasser, da wenn man auf die Nase plumst es mehr weh tun kann, als im Wasser. Es gibt aber auch Tricks, die sind im Schnee einfacher zu lernen als im Wasser, wie z. B. Surface Passes. Ich mach einen Hopser in Switch oder dreh auch einfach nur das Brett auf dem Schnee und übergebe dann die Bar hinter dem Rücken und dreh die 360° auf dem Schnee fertig.

 

Wo gehst Du meistens Snowkiten? Und welche Plätze bevorzugst Du aus welchen Gründen? Beispielsweise eher große Wiesen und Felder wegen Vermeidung möglicher Verletzungsgefahren oder doch eher steile Hänge, um zu springen?

Ich bin gerne auf dem Feldberg und in Brambrüesch (Schweiz) unterwegs. Beide Gebiete sind easy mit dem Lift zu erreichen. Auch der Reschensee ist super. Dort gibt es einen guten Park und leckere italienische Pizza. Steile Hänge sind toll um zu segeln. Ich bin aber auch gerne im eher flachen Gelände unterwegs, weil sich das meist besser zum Freestylen eignet und dem kitesurfen auf dem Wasser ähnlicher ist.

 

Wo finden Interessierte gute Snowkite-Schulen bzw. Lehrer?

Gute Schulen gibt es zum Beispiel auf dem Feldberg, D (GlobalXTeam und Skywalker), Silvaplana See, CH (kitesailing.ch) oder auf dem Reschensee, IT

(ProBoarder). Am besten mal in die lokalen Snowkite-Foren schauen, da gibt es meist gute Tipps.

 

Du nimmst ja sogar an Snowkite Meisterschaften teil. Welche Erfolge konntest Du schon feiern, Inga? Und was steht demnächst an?

Ich habe Anfang 2013 die Int. Snowkite Championship (ehemals Europameisterschaft) am Reschensee gewonnen und bin deutsche Meisterin geworden. Das Jahr davor habe ich bei der Europameisterschaft Bronze im Race geholt und bin deutsche Vize-Meisterin im Race und Freestyle geworden. Der nächste Contest für mich ist das OzoneSnowkiteMasters (www.ozonesnowkitemasters.com/2014/), worauf ich mich schon total freue.

 

Wir danken Dir sehr für Deine tollen Tipps und wünschen Dir viel Glück bei Deinen Snowkite-Wettkämpfen, liebe Inga! :)

 

Inga wird unterstützt von Ozone, flat-water.de, Goodboards, Tramontana Grafixx und SU-2. Wer Lust hat, surft einfach mal online auf www.inga-wobker.de vorbei und verfolgt Inga´s Aktivitäten.

 

Das Gespräch führte Redakteurin Nadine Lenschau.