Josephine Ramann

Racerin aus Leidenschaft

Josephine ist gerade 17 Jahre jung und besucht eine Eliteschule für Sport in Berlin. 2009 lernte sie in ihrer Schule das Windsurfen und nahm fortan an Regatten der olympischen BIC Techno Klasse 293 teil. Und das mit Erfolg. Nachdem die ISAF Windsurfen für nicht mehr olympisch erklärt hat, musste sich „Josi“ neu orientieren. Die Segelklasse „Laser Radial“ konnte jedoch nicht ihr Herz erobern, sondern Funboards! Und so nimmt Josephine nun aktiv am DWC teil. Dafür wurde sie auf der boot als Newcomer ausgezeichnet. Was sich die talentierte Berlinerin wünscht, wären ein paar mehr Mädels gegen die sie antreten könnte. Ihre Konkurrenten sind bisher nur die Herren...

Josephine Ramann - Microsteckbrief

Segelnummer:   GER - 858
Geburtstag: 12. Februar 1997
Sternzeichen: Wassermann
Größe: 172 cm
Wohnort: Berlin
Beruf: Schülerin (Ziel: Abitur)
Windsurfen seit: 2009

Josephine, kannst Du uns kurz erklären, wie genau Du zum DWC (Deutschen Windsurf Cup) gekommen bist? Du hast ja bis dahin an der olympischen BIC Techno Klasse 293 teil genommen.

2012 kam die Entscheidung der ISAF, dass Windsurfen nicht weiterhin olympisch ist und somit die Förderung des Berliner Seglerverbandes entfiel. Um weiterhin die Eliteschule für Sport besuchen zu können, musste ich umsteigen auf die olympische Segelklasse Laser Radial. Doch ich bemerkte, dass dies nicht ganz meine Welt war und entschied mich 2013 dazu, das erste Mal zum Long-Distance Race nach Fehmarn zu fahren. Nachdem mir dies sehr viel Spaß gemacht hatte und ich meine bisherigen Erfahrungen nutzen konnte, um weiter nach vorne zu kommen, war für mich klar, dass dies mit Sicherheit nicht meine letzte DWC Regatta war. Somit bin ich der „Choppy Water Crew“ (Anmerkung der Redaktion: Veranstalter des DWC) hinterher gereist und nahm an vielen Regatten teil. Zwischendurch bin ich auf den 420´er im Segeln umgestiegen und kam dadurch in den Bundeskader und gleichzeitig in die 11. Klasse. Doch ich bemerkte schnell, dass beide Sportarten zusammen nicht ausführbar sind und entschied mich für das Windsurfen, den DWC.

 

Und im DWC warst Du immerhin so erfolgreich, dass Du nicht nur beste Dame und bester Rookie in der Gesamtwertung 2013 geworden bist. Zusätzlich bist Du auf der „boot“ auch noch besonders ausgezeichnet worden. Was für ein Preis wurde Dir verliehen und wie war das für Dich da ganz im Mittelpunkt zu stehen?

Auf der boot in Düsseldorf wurde ich geehrt für die Leistungen, die ich in der Saison gebracht habe (Beste Dame und 2. Rookie).

Im Mittelpunkt zu stehen ist für mich etwas neues, da ich auf dem BIC Techno erste Erfolge nur nach hartem Training feiern konnte. Wobei die eigentlichen Erfolge nun erst mit dem DWC und meiner zunehmenden Erfahrung richtig kamen.

 

Du bist im DWC ja auch wirklich eine Einzelkämpferin, weil Du quasi als einziges Mädel an den Regatten teil nimmst. Meinst Du, dass die Regatten einfach nicht attraktiv für Mädels sind? Und was würdest Du Dir wünschen?

Ich denke die Mädels trauen sich nur nicht. Aber sie sollten. Denn es macht einen riesen Spaß dort mit zu fahren und man bekommt viele nützliche Tipps von der dominierenden Männerwelt. Ich würde mir wirklich wünschen, dass auch andere Mädels am DWC teilnehmen. Es ist eine Erfahrung, die man mitnehmen muss!

 

Was gefällt Dir besonders am Regatta Windsurfen?

Ich liebe das Zusammensein mit vielen anderen Windsurfern. Man tauscht sich aus und führt gemütliche Gespräche. Die meisten Ratschläge kann man am nächsten Regattatag anwenden und somit immer ein Stück besser werden.

Natürlich gefällt mir auch der Adrenalinkick und das Windsurfen an sich sowie einzelne Duelle bei denen man sich in manchen Situationen beweisen muss.

 

Was würdest Du Mädels sagen, um ihr Interesse an den Regatten zu wecken?

Man lernt so viele neue und vor allem nette Leute kennen. Es ist einfach eine wunderbare Erfahrung für jede Windsurferin in Deutschland.

Die verschiedenen Regatten sind auch immer an anderen Spots. Somit kommt man viel rum und lernt neue Länder kennen.

Also, Mädels traut euch! Ihr habt genauso eine gute Chance euch zu behaupten wie ich.

 

Josephine, wo treffen wir Dich am häufigsten auf dem Wasser?

Am häufigsten bin ich natürlich an meinem Homespot, dem Berliner ,,Müggelsee“.

Aber eigentlich bin ich am liebsten auf dem Fjord in Dänemark oder auf der Ostsee, wie auf Fehmarn oder am Darß.

Natürlich geh ich auch oft in Berlin auf verschieden Seen surfen, um im Training zu bleiben. Je nachdem wie der Wind gerade weht.

 

Und was bedeutet Dir Windsurfen? Warum war es Dir so viel wichtiger als das Segeln – obwohl Du da auch große Erfolge feiern konntest?

Windsurfen ist meine Leidenschaft. Es macht mir immer Spaß. Egal bei welchem Wind und Wetter ich Surfen bin.

Das Segeln hat natürlich auch seine Vorzüge, aber da ich es in einem kurzem Zeitraum schnell lernen musste und der Spaß bei mir auf der Strecke geblieben ist, war es trotz einer guten Steuerfrau eher nur ein Sport anstatt eine Leidenschaft von mir.

 

Erfolge:

- Bärencup 2009: Youngster - 5.Platz

- Havel-Cup 2010: Youngster - 4.Platz

- Pommern-Cup 2010: U15 Mädchen - 3.Platz

- Pommern-Cup 2011: U15 Mädchen - 2.Platz

- Surf-Cup 2012: U17 Overall - 10.Platz

- 2012 Teilnahme an der Jugend-WM in Medemblick (Holland ): 25. Platz im Silberfleed Mädchen U17

 

2013:

DWC Boltenhagen- Damen (Overall) & Rookie ( Overall): 1.Platz

Fehmarn Long-Distance Race (DWC): 1.Platz -Damen Overall

 

Jahresrangliste DWSV 2013: 1.Platz Damen Overall und 2. Platz Junior Overall

 

Wer Josephine bei den Regatten in dieser Saison etwas Gesellschaft leisten möchte, kann die junge Berlinerin auf diesen Events treffen:

1.) Fehmarn vom 01.05. bis 04.05 2014

2.) evtl. Norderney vom 06.06 bis 09.06 2014

3.) Fehmarn Südstrand vom 04.07 bis 06.07 2014

4.) Kühlungborn vom 11.07 bis 13.07 2014

5.) evtl. Volvo Surf Cup Sylt 22.07 bis 27.07 2014

6.) Engadinwind Silvaplana vom 14.08 bis 17.08 2014

7.) Rollei Long Distance Race Steinhude vom 23./24.08 2014

 

Sponsoren:

Point-7, Exocet, Xcel, Select, Unifiber

 

Außerdem wird Josephine von ihren Eltern („Surfshop Wasserstart“) unterstützt.