Mit Vincent Langer das Surf-Level verbessert

Johanna, Antonia und Luzie nahmen am Kids Camp ihres Idols teil

v.li.: Luzie, Johanna und Antonia hatten Spaß!
v.li.: Luzie, Johanna und Antonia hatten Spaß!

Nur drei Tage nachdem Vincent Langer (GER-1) auf Sylt Deutscher Meister geworden war, hatte das Idol vieler Windsurf-Youngsters zu seinem 2. Kids Camp nach Heidkate bei Kiel eingeladen. Insgesamt waren 30 junge Teilnehmer angereist. Darunter drei Mädels: Johanna, Antonia und Luzie. Am Ende erlebten sie nicht nur eine tolle Zeit, haben viel gelernt, nein, sie sind sogar ihre erste Regatta gefahren.

Das "LVM Kids Windsurfcamp by Vincent Langer" hatte vom 29. Juli bis 3. August in Heidkate statt gefunden und richtete sich an Jugendliche im Alter zwischen 9 bis 17 Jahren. "Die Kids sind echt klasse. Keiner tanzt aus der Reihe. Alle helfen sich gegenseitig und sind fürsorglich füreinander da", freut sich Vincent Langer über seine Teilnehmer. Das sei auch Ziel des Camps: Freundschaften knüpfen, den Sport leben, die Kids sollen ein großes Team werden, in dem sich alle gegenseitig helfen und unterstützen.

Vincent Langer (GER-122) © Windpic
Vincent Langer (GER-122) © Windpic

Dabei könnte man denken, dass in einem Nachwuchscamp des Race- und Slalom-Profis ausschließlich Taktik und Manövertechnik-Training im Vordergrund steht. Das hätte aber auch zur Folge, dass sich größtenteils junge Regattasportler anmelden. Dem ist aber nicht so. Sicher kamen viele Regatta-ambitionierte Jugendliche, aber viele Kids wollten einfach an ihrem Können arbeiten, wollten an ihrer Wende feilen oder den Wasserstart üben und mit anderen Spaß haben. Glücklicherweise war fast jeden Tag Wind für viel Action auf dem Wasser. Dazu lockte aber auch viel Theorie von der Materialkunde und Tipps zum Aufriggen über Kickern, SUP inklusive kleinen Races auf der Ostsee bis hin zu täglichen Challenges, um gemeinsam Spaß zu haben und sich besser kennen zu lernen.

Am Ende des Camps wurde sogar eine Fun-Regatta ausgetragen. "Wir hatten 46 Starter darunter 28 Kids vom Camp und Leute, die mal in eine Regatta rein schnuppern wollten", so Vincent. Auch die einzigen 3 Teilnehmerinnen des Camps, Antonia, Johanna und Luzie, haben an der Regatta teil genommen. Johanna kam als Erste ins Ziel und hat ihre Leidenschaft für Wettkämpfe entdeckt.

Im Grunde genommen hat hier jedes Girl gewonnen. Zunächst die neu gewonne Freundschaft zu Gleichgesinnten (Mädels) und viele Erfahrungen im Windsurfsport.

 

Antonia (13 Jahre) kommt aus Höveringhausen/Iserlohn und windsurft meist auf Flachwasser auf dem Brouwersdam in Holland. Johanna (16 Jahre) aus Rahm/Nieder-Rhein zieht es meist aufs Ijsselmeer in Holland und die 13-jährige Luzie aus Schloß Holte-Stukenbrock/Bielefeld ist überwiegend auf dem Steinhuder Meer anzutreffen. Sie hat vor erst 3 Monaten ihr eigenes Material zum Windsurfen bekommen und konnte bereits Erfahrungen im Urlaub auf der Ostsee sammeln als sie einen Surf-Kurs machen durfte.

 

Die Ostsee stellte allerdings für jedes Girl und auch andere Teilnehmer des Kids Camps eine große Herausforderung dar. "Hier gibt es eine richtige Brandung und das Wasser wird gleich ziemlich tief", staunt Johanna. Der Ostwind tat sein Übriges und sorgte auch gleich für die ersten Wellenerfahrungen. "Ich bin über eine große Welle gefahren und gleich gesprungen. Das war ein tolles Gefühl und ich hab mich mega gefreut", strahlt Antonia. "Sie ist vom Wasser gekommen, hat gegrinst wie ein Honigkuchenpferd und hat ganz viel und sehr schnell geredet", wirft Luzie lachend ein. "Ja, so ähnlich ging es mir auch als ich als Erste durchs Ziel bin. Ich war so aufgeregt. Dabei hatte ich eigentlich gedacht, dass Regatta fahren gar nichts für mich ist, aber dann hat das so viel Spaß gebracht", freut sich Johanna immer noch. Die Spannung, ob man trotz der Wellen und der Strömung die Halsen und Wenden steht, die Angst vorm rein fallen oder den Wasserstart plötzlich nicht zu schaffen, sorgte wohl für ausreichend Adrenalin. "Das ist ein wahnsinns Gefühl, Niemanden vor und hinter sich zu haben und als Erste ins Ziel zu kommen. Es motiviert total, dass alle gewinnen wollen", so Johanna, die sich vorstellen kann, an weiteren Regatten teil zu nehmen. Insbesondere weil ihr Freund Moritz gerade Jugendmeister geworden sei und die beiden sich einfach perfefekt ergänzen würden. "Die zwei sind ein echtes Traumpaar", schwärmt Luzie.

 

Luzie hingegen träumt eher von Ex-Weltmeister Philip Köster. "Das ist quasi der Justin Bieber der Windsurferinnen. Ich hatte nur noch nicht das Glück, ihn mal zu treffen", so Luzie. Greifbarere Träume der 13-jährigen sind hingegen im nächsten Jahr ein kleineres Board zu fahren. Denn jetzt fährt die Jugendliche ein Board mit 205 Litern. "Ich würde mir wünschen, dass JP Freestyle Board in 100 Litern fahren zu können", verrät sie mit funkelnden Augen.

 

Antonia widerrum hat im Camp versucht zu lernen in den Fußschlaufen zu fahren und ist voll zufrieden mit ihren Fortschritten auf der kibbeligen und welligen Ostsee. Später würde sie gern wie ihre Idole Adi Beholz, Maaike Huvermann oder Steven van Broeckhoven freestylen und am liebsten sogar mal an den German Freestyle Battles teil nehmen.

 

Das Kids Camp von Vincent Langer wird den Nachwuchs-Mädels ewig in guter Erinnerung bleiben. Nicht, weil hier ehrgeizig gesurft wurde, sondern vielmehr weil alle trotz Erfolgsgedanken füreinander da waren und sich geholfen haben. "Ich bin an der Tonne abgetrieben und hatte Mastbruch. Da haben sich gleich Leute zu mir gelegt und geholfen", erklärt Luzie. "Ja, und danach haben wir alle beschlossen einfach noch besser aufeinander aufzupassen da draussen", so Johanna.

 

Und wer war wohl das größte Idol aller Teilnehmer?! Na klar, Vincent Langer natürlich! Bei so viel Sportsgedanken kein Wunder.

Wer Interesse hat im nächsten Jahr dabei zu sein besucht: www.vincentlanger.net

Fotos: © Nadine Lenschau / SurfSprotte GirlsMag