Wind & Waves Festival 2015 auf Gran Canaria

Windsurftalent Lina Erpenstein berichtet für uns aus Pozo - Teil I

Was macht ein 18-jähriges Windsurf-Girl sobald es das Abi in der Hand hält? Natürlich stürzt es sich sofort ins Windsurf-Abendteuer! Lina Erpenstein nahm sich nämlich prompt einen Flieger ins Windsurf-Mekka Pozo Izquierdo und bereitet sich auf den PWA World Cup vor, der in genau einer Woche startet. Zu unserem Glück berichtet Lina für uns aus Gran Canaria und wir erleben das Geschehen durch ihre Augen. Vielen Dank, Lina!!!

Wir haben schon einmal über Lina Erpenstein berichtet. Das Interview über die Aschaffenburgerin findet ihr zum Nachlesen HIER. Im Januar wurde Lina dann sogar auf der "boot" zum Windsurftalent des Jahres gekürt und durfte sich über 2000 Euro Talentförderung freuen, was sie nun nutzt, um an den Wave-Tour-Stopps der PWA in diesem Jahr teil nehmen zu können. Wir drücken der sympathischen deutschen Wave Hoffnung ganz fest die Daumen für ihre Starts und sind gespannt auf die Action des Youngsters.


Hier Lina´s erster Bericht aus Pozo:

Abi, und dann? Eine Frage, die vielen Bauchschmerzen bereitet, war bei mir schon lange geklärt. Abi und dann Windsurfen!!! So viel es geht! Kaum wurde mir am 26. Juni mein Abizeugnis in die Hand gedrückt, ging auch schon einen Tag später mein Flug ins Windsurfparadies Pozo Izquierdo auf Gran Canaria. 


Schon seit einiger Zeit trudeln hier die Stars der Waveszene ein, um sich auf den ersten World Cup in Pozo vom 11. bis 19. Juli vorzubereiten. Auch ich möchte dieses Jahr zum ersten Mal mein Glück im Wettkampf versuchen und so ging es direkt am ersten Tag mit dem Training los. Nach Abflug in Düsseldorf um 6 Uhr und Landung in Gran Canaria um 10 Uhr konnte ich um 13 Uhr schon den Wind in meinem Segel spüren. Nach den langen Lernphasen des Abiturs dauerte es eine Weile bis ich mich wieder eingewöhnen konnte. Zu meinem Glück zeigte sich Pozo die ersten drei Tage von seiner soften Seite und ich konnte mich mit dem 4´er Segel bei kleinen Wellen gemütlich einfahren.


Gemütlich bleibt jedoch relativ. Denn zu den besten Momenten zwischen Ebbe und Flut tummeln sich weit über 50 Surfer in der kleinen Bucht und so muss man immer auf der Hut sein, um nicht gerade den Landeplatz von einem von Ricardo Campellos Doppelloops zu blockieren – diesen Crash mag man sich gar nicht ausmalen.


Mit dem aufmerksamen Blick für die Mitsurfer bahnt man sich aber doch seinen Weg durch die vielen Segel und findet Wellen zum springen und abreiten. 

Außerdem hat die große Anzahl an Surfern  auch ihre Vorteile: Man findet immer jemanden zum fachsimpeln oder jemanden der Tipps für Tricks für Manöver verteilt. Auch kann es gut und gerne sein, dass man mal eben Victor Fernandez im Supermarkt trifft oder Robby Swift und Marcilio Brown im Cafe am Nebentisch vor ihren Laptops brüten und auf den Wind warten.


Für mich, die all diese Surfer nur aus Videos und Magazinen kennt, wirkt es sehr unwirklich, Stars zu sehen wohin man nur schaut. Doch Grund zur Scheu gibt es nicht: Alle sind sehr nett und aufgeschlossen – wenn man ihnen nicht gerade die Welle auf dem Wasser klaut ;)


Pozo hatte ich bereits letztes Jahr kennengelernt und es hat mich sofort durch die Konstanz in den Bedingungen fasziniert. Der Tagesablauf hier lässt sich einteilen in zwei, teilweise sogar drei Sessions, da man sich sicher sein kann, dass der Wind den gesamten Tag blasen wird. Dies macht es zum perfekten Trainingsrevier, wo man jeden Tag seine Sprünge und Wellenritte trainieren kann. Der starke Wind, den man von Pozo kennt, ließ dann auch nicht lange auf sich warten und so pustete es am vierten Tag meines Aufenthalts bereits mit 40 Knoten. Für mich und alle anderen Mädels heißt das, das kleinste Segel auszupacken. In meinem Fall das 3.3´er. An diesem Tag fand ich mich plötzlich zwischen Justyna Sniady, Amanda Beenen, Alice Arutkin und Sarah Quita Offringa wieder, die nun auch alle gut eine Woche vor dem World Cup eingetroffen waren, um sich auf die Bedingungen einzustellen.


Hier im kleinen Dorf von Pozo deutet nun langsam aber sicher alles auf den Wettkampf hin: Die Plakate sind aufgehängt, das Materialzelt wird aufgebaut, das Programm steht und die PWA hat bereits die Teilnehmerlisten veröffentlicht. Ab dem 11. Juni eröffnen hier 26 Männer und und 15 Frauen den Kampf um die Weltmeisterschaft diesen Jahres – und ich mittendrin.

Der Gran Canaria Wind & Waves Windsurf World Cup & Festival in Pozo Izquierdo findet vom 11. bis 19. Juli 2015 statt und neben Lina starten außerdem die beiden deutschen Mädels, Steffi Wahl (G-303) und Caro Weber (G-118). Bei den Herren treten Dany Bruch (G-1181), Leon Jamaer (G-208), Flo Jung (G-213), Philip Köster (G-44) und Klaas Voget (G-4) für Deutschland an.

Verfolgt Lina auf Facebook unter: www.facebook.com/erpensteinlina


Weitere Infos zum PWA World Cup: www.pwaworldtour.com


Text: Lina Erpenstein

Einleitung: Nadine Lenschau

Fotos: Wir bedanken uns ganz herzlich für die Fotos von Karin & Heinrich Dornbusch sowie Jose Piña!!! Gracias!!!!