Lina´s Teneriffa Erlebnisse

Lina Erpenstein plaudert aus dem Nähkästchen El Médano´s

Wer will schon immer nur Sachliches über den World Cup in El Médano auf Teneriffa lesen? Wir lieferten die Fakten und Lina Erpenstein einen Blick durch ihre Brille. Für uns plaudert die junge deutsche Teilnehmerin aus dem Nähkästchen und verrät wie sie Anreise, World Cup Alltag, den Spot und ihren Start erlebt.

Eine Woche vor Worldcup-Beginn trat ich zusammen mit Caterina Stenta und Federico Morisio in einem bis oben mit Windsurfmaterial zugestopften Van die Reise nach Teneriffa an.


Die ersten Tage hatten wir Glück mit dem Wind und so konnte ich mich nach vier Wochen Pozo mit kleinen Segeln an größeres Material und den Spot gewöhnen.

El Cabezo, der Worldcup Strand, ist ein ziemlich komplizierter Spot. Bei verschiedenen Tiden verstecken sich die Finnen fressenden Steine nur knapp unter der Wasseroberfläche, um von dort aus ihre Beute zu erspähen und dann hinterhältig zuzuschnappen. Demnach hatten auch meine Finnen schon in den ersten Tagen gut gelitten – besser davor als während des Wettkampfs sagte ich mir.


Schließlich ging es dann los: Der Worldcup in Teneriffa stand, zumindest in den ersten zwei Tagen, klar im Gegensatz zum Worldcup in Pozo. Wo uns dort 50+ Knoten  und 2 bis 3 Meter Welle nukleare Wettkampfbedingugen boten, ließ uns El Médano bei 20 Knoten Wind und einem halben Meter Welle den Tag auf Stand by am Strand verbringen.


Der erste Tag begann mit der Einschreibung und dem obligatorischen Segel bestickern. Ich, als alter Worldcup-Hase (haha), hab das ja jetzt schon drauf. Danach verbrachten wir den Tag am Strand mit ein wenig Freesailing in der Hoffnung, dass die Bedingungen besser werden könnten.


Dann wurde sogar noch der Jugend-Contest gestartet, konnte aber auch aufgrund wechselnder Tidenstände und mangelndem Wind nicht zu Ende gebracht werden.

Die Vorhersage für den nächsten Tag sah vielversprechend aus und so wurde das Skippersmeeting schon auf 8.30 Uhr gesetzt.


Leider waren die Bedingungen trotzdem nicht genug für den Startschuss der Main-Competition. Lediglich der Jugend-Contest konnte zu Ende gefahren werden. Diesen gewann Marc Paré mit starken Wellenritten vor dem Deutschen Julian Salmonn und Noah Vocker.


Für die Mainfleet sah der erste Tag ähnlich aus wie der zweite: Freesailing and die Sonne genießen.


Auch am dritten Tag des Wettkampfs sah das zunächst nicht anders aus. Die Bedingungen luden zum Stehsegeln ein und die Heat Order sah vor, mit Trials zu beginnen, dann die erste Runde der Männer zu fahren und dann zu den Frauen überzugehen. Mit dem komfortablen Puffer von mindestens 3 Stunden lang Contest vor meinem Heat und der Aussicht, dass dies an dem Tag nicht mehr stattfinden würde, verbrachte ich zusammen mit vielen anderen Mädels viel Zeit auf dem Wasser. 


Beim Mittagessen kam dann schließlich Hektik auf: Die Heatorder war geändert worden. Die Frauen wurden vorgezogen und Start wäre in 5 Minuten! Zum Glück hatte ich mein Material am Strand gelassen und musste mich somit nur schnell umziehen und zum Strand rennen. Dort wurde die Ansage dann doch wieder zurückgezogen, da die Bedingungen nun doch nicht mehr für eine Competition ausreichten. Ich stand in voller Montur am Strand, erst unschlüssig was ich tun sollte und entschied mich dann schließlich ein bisschen Freesailing zu gehen – wo schon alles aufgebaut ist.


Nach etwa einer Stunde sah ich dann wie Steffi (Wahl) aufs Wasser kam, zu mir fuhr und mir sagte, dass wir doch gleich anfangen würden. Mein Puls stieg auf  200! Denn ich war natürlich längst nicht mehr auf einen Start vorbereitet und rechnete mir dann noch schnell aus, wann mein Heat starten und wann er enden würde. Schließlich ging es dann tatsächlich los! Ich war in einem 4-Frauen-Heat gegen Steffi, Sarah-Quita und Ingrid Larouche, aus dem die besten zwei eine Runde weiterkommen würden. Da die Bedingungen wirklich am unteren Limit waren und nur zwei Wellenritte zählen sollten, bekamen wir mit 16 Minuten im Heat lang Zeit, um uns die Wellen zu suchen.


Trotz meiner chaotischen Vorbereitung ging das dann ganz gut. Ich konnte mit einer schönen Welle in meinen Heat starten und auch später schöne Wellen finden. Insgesamt konnte ich ganz gut das abrufen, was ich im Freesailing gelernt hatte und war somit ganz zufrieden mit meiner Performance. Allerdings ließen Sarah-Quita und Steffi mir und Ingrid keine Chance und fuhren sich mit kraftvollen Wellenritten in die nächste Runde.


Den Rest des Abends beobachtete ich noch die restlichen Heats, die aufgrund der 4-Frauen Konstellation sehr interessant wurden. Steffi konnte sich im Halbfinale gegen Sarah-Quita  für Pozo revanchieren und zog somit zusammen mit Iballa ins Finale ein. 


Leider zog sich zu später Stunde der Wind immer weiter zurück und so konnte trotz zweimaligen Starts das zweite Halbfinale nicht zu Ende gebracht werden. 

Die Vorhersage für das Wochenende sieht zur Zeit vielversprechend aus und so drückt die ganze Worldcupgemeinde (und ich besonders), dass es noch für die Fortführung des Contests bis zur Double Elimination langt.