SHE WINGS by VAYU

Zehn Mädels, eine neue Sportart, kostenloses Material zum Testen und zwei super Coaches. Das alles am letzten Dienstag Nachmittag in Brasilien am Schönberger Strand. 

Ich war zufällig über einen Instagram Post von Steffi Wahl darüber gestolpert, dass der Kieler Winghersteller „VAYU“ zum „SHE WINGS“ Testival einlädt. Nach einer kurzen Bewerbung und mit etwas Glück war ich tatsächlich dabei. Denn das Ganze war auf 10 Girls begrenzt.

Steffi Wahl und Lina Erpenstein hatten die Idee, Mädels fürs Wingsurfen zu begeistern. Nur Mädels unter sich. Und diese Idee fasste Früchte.

In entspannter Atmosphäre, quasi wie unter Freundinnen, testeten Mädels mit Vorerfahrung das hochwertige Material von „VAYU“. Andere probierten sich tatsächlich zum ersten Mal im Wingsurfen. Ist es eigentlich besser, es Wingfoilen zu nennen?

Nach einer Vorstellrunde und lockeren Gesprächen bei strahlendem Sonnenschein, Limo, Kaffe und Kuchen wurden kleine Übungsgruppen gebildet. Lina erklärte uns Neulingen die Basics am Strand und wir machten daraufhin sofort Trockenübungen. Steffi nahm die Mädels unter ihre Fittiche, die schon einmal gewingt sind oder Erfahrung mit einem Foil haben. Ich sah nur strahlende Gesichter und spürte, dass jedes Mädel so schnell wie möglich aufs Wasser wollte, um das Wingen auszuprobieren. Glücklicherweise frischte die Brise auf und los ging´s.

Den Wing richtig halten und dann auch noch das Board mit dem riesigen Foil heil ins tiefe Wasser zu bekommen, hätte schon zu einer Herausforderung werden können. Da wir jedoch zu zweit oder zu dritt unterwegs waren, fühlte es sich alles sicher und gut an, da wir uns gegenseitig unterstützt haben.

Mein Herz klopfte. Ich wollte das Wingen längst ausprobieren und beobachte oft Wingsurfer. Für mich sieht es so aus als sei es die perfekte Symbiose aus Surfen/SUPsurfen und Windsurfen. Es wäre einfach traumhaft, wenn ich bei leichten Winden so aufs Wasser vor meiner Haustür käme. Und, um es gleich vorweg zu sagen: ich bin infiziert! 

 

Ich robbe zunächst auf das 130 Liter Anfängerboard. Ja, und es ist wirklich seehundartiger als meerjungfrauenhaft. Ich knie mich hin in einen Babykrieger (ich mache viel Yoga...hihi), ich greife in die erste Schlaufe des 4.4er Wings, richte das Segel langsam auf und spüre einen leichten Druck. Ich kann aufstehen. Dabei greife ich dann noch weiter in die hinteren Schlaufen und führe leichte halbkreisartige Bewegungen mit der hinteren Hand aus, um den Druck zu erhöhen. Den Wing eher leicht seitlich über meinem Kopf zu halten, fällt mir leichter als gedacht. Zum Umdrehen springe ich ins Wasser und drehe alles um. Dann erfogt der Start in Richtung Strand. Schnell macht sich bemerkbar, dass ich eine Schokoladenseite habe. Wie beim Surfen und SUPsurfen gelingt mir das schönste Fahrgefühl mit meinem linken Fuß hinten (Goofy). Anders herum bin ich viel im Kopf, schwerfällig und das ganze wird komplex. Dennoch spielen mir auf dem Weg rein die kleinen Wellen in die Karten und ich schaffe es tatsächlich nach ein paar Mal hin- und herzufahren zu foilen. Der leichte Ostwind plus die feinen Wellchen haben das Foil allmählich aus dem Wasser gehoben. Ich fliege! Ich kann es nicht fassen. Plötzlich fühlt sich alles ganz leicht an. Der Wing steht wie von alleine in der Luft. Das Board ist über der Wasseroberfläche völlig ruhig und plan. Es fühlt sich schwerelos an. Ich durchschneide das Wasser. Es sind wahrscheinlich nur ein paar Sekunden, 5 bis 10 Meter, die sich viel länger anfühlen. Nun ist es klar. Egal wie anstregend das Ganze noch wird. Dieses Gefühl will ich wieder. Ich bin Wingfiziert!

 

Lina gibt mir noch einmal ein kleineres Board mit Schlaufen und einen anderen Wing, der statt Schlaufen eine Art Gabelbaum hat. Jetzt erinnert es sich für mich mehr an Windsurfen. Es ist einfach fantastisch!

 

Zwei Tage später spüre ich übrigens noch immer meine tiefe Bein- und Rumpfmuskulatur.

Wingsurfen oder Wingfoilen ist offensichtlich ein klasse Workout. Und es verbindet alle Wassersportarten, denke ich: Kiten, Windsurfen, Surfen oder SUP´en.

 

Probiere es doch auch mal aus.

SHE WINGS by VAYU soll in jedem Fall wiederholt werden.

 

Am Ende der Veranstaltung gab es sogar noch kleine Goodies. Was mir lange in guter Erinnerung bleiben wird, ist die besondere Energie unter den Mädels. Gegenseitige Motivation, Hilfe, Mut, gemeinsames Lachen und Erfahrungen austauschen. So ganz ohne schlaue Sprüche, Druck oder Neid. Und Steffi und Lina? Sie haben uns den Raum gegeben, uns auszuprobieren, das Material zu testen, waren da, wenn Jemand Hilfe brauchte und gaben uns so viele kleine individuelle wertvolle Tipps.

 

Herzlichen Dank,

Nadine

 

Fotos: bulgenslag.de